Newsletter Sanko-ji Juli 2021

Liebe Freundinnen und Freunde Sanko-jis

Schön beginnt bald das….

Sommersesshin vom 12.07. – 18.07.2021

Das fünftägige Sesshin in unserem bekannten Sanshin-ji-Stil wird uns die Möglichkeit geben einzutauchen in die Wirklichkeit des Seins. Der klare, einfache Ablauf, 12-14 Stunden Zazen pro Tag, die Natur des Südschwarzwaldes, unser Schweigen und die mangelnde Ablenkung von aussen werden uns sehr schnell heilsam unterstützen. Neben dem einfachen Sitzen vor der Wand werden wir aus der Permakultur die Früchte ernten, verarbeiten und essen können, die für uns bestimmt sind. Vielleicht können wir so noch mehr verstehen, wie wir einfach vom Universum als Teil des kosmischen Systems erhalten, ohne gross etwas zu tun. Und vielleicht verstehen wir auch, dass es besser ist, wenn wir mit der Natur zusammenleben, als gegen sie. …

Möchtest du noch weiterlesen u.a. zu den Themen Natur und Tod, dann klicke einfach auf den link. Herzlich und Gassho Gyoriki   

sanko-jinewsletterjuli2021


Newsletter Sanko-ji Juni 2021

Liebe Dharmafreunde und -innen

Nun scheint der Sommer nicht nur meteorologisch da zu sein, sondern auch wettermässig. Zeit an den Zenkonyama zu erinnern, den «Berg der guten Wurzeln», der von ein paar unverdrossenen Basler Zenpraktizierenden Anfang der 2000er, gegründet wurde und seither in seiner Schönheit sich selbst genügt…. 

Möchtest du weiterlesen, dann bitte den link unten anklicken. Gasso Gyoriki

newsletter Sankoji Juni2021


Newsletter Sanko-ji Mai 2021

Liebe Praktizierende!

Das Morgenzazen wieder im Licht der Dämmerung, das zarte Mai Grün der Bäume glitzert in der nun wieder kraftvollen Sonne, die Luft gereinigt und gekühlt vom Regen, Morgenkonzert der Vögel – Abendkonzert der Grillen, sanft und unmerklich strömt der Atem aus, die für Zazen entsprechenden Muskeln haben wir im Griff – Relax! Auch dann, wenn die Leute sagen, «Oh nein, wie schrecklich…!» und jammern und schimpfen. Wir lassen menschliche Gedanken einfach laufen …. Unser Körper und Geist normalisieren sich. Da, schon wieder hat «das verdammte Satori» einen von uns geraubt!… 

…wenn sie weiterlesen wollen, bitte auf den unten stehenden Link klicken. Gassho Gyoriki

 

Sanko-ji newsletter Mai 21


Sanko-ji newsletter April 2021

Liebe Freundinnen und Freunde Sanko-jis

Ich hoffe euch, es geht euch weiterhin gut und ihr geniesst den Frühling, der ja dieses Jahr wirklich mal wieder Wunderbares bietet.

Vor etwa einem Jahr schrieb ich an dieser Stelle über die tief verwurzelte Angst in unserer Gesellschaft in Zusammenhang mit der Covid19 Pandemie. Noch immer dauern die Massnahmen an und immer noch ist oft das einzige Mittel vieler Medien und Politiker gegen Covid 19 uns Angst zu machen, um uns zu Verhaltensänderungen zu bewegen. Schon letztes Jahr schrieb ich, dass Angst schüren langfristig sicher nicht das richtige Mittel gegen eine Naturgewalt wie ein Virus ist. Angst wirkt sich negativ auf unsere Stimmung aus und nachweislich negativ auf unsere Körperfunktionen. In einer Pandemie sollte man den Patienten aber stärken und heilen, nicht schwächen.

In diesem Newsletter möchte ich aber nicht nochmals über die Angst philosophieren, sondern über das Gegenmittel – den Mut, der ein wichtiges Kennzeichen jedes Buddhisten und spirituellen Menschen ist.

Lassen wir uns also nicht von der von vielen Seiten auf uns einströmenden Angst packen. Denn aufgepasst – nach dem Filmtitel von Reiner Fassbinder «Angst essen Seele auf»

Letztens stiess ich in «Der Zeit» passend, so schien es mir, zum Thema auf ein Kunstprojekt.


……….wenn ihr weiterlesen wollt, bitte auf den Anhang klicken;-) Gassho Gyoriki

newsletter Sanko-ji April 2021


Sanko-ji newsletter Februar 2021

Liebe Freundinnen und Freunde Sanko-jis!

Das Krokussesshin 25.02. -28.02 steht vor der Tür. Dazu möchte ich euch herzlichst einladen.

Warum sollte ich ein Sesshin im Sanshin-ji style machen?

Unter dem tiefen Schnee vor dem Haus – so sah man nach kurzer Abtauphase – stehen Krokusse, Hyazinthen und Narzissen schon bereit – drauf los zu blühen. Nun ist alles wieder weiss und starr…

Warum blühen sie bald? Einfach nur weil ihnen irgendwann mal das Leben geschenkt wurde. Es ist ihre Bestimmung jedes Jahr einfach voll und ganz zu blühen, zu verblühen, Kraft in die Knolle zu sammeln und dann, wenn ihre Zeit kommt, drauf los zu blühen, ohne zu sparen. Und dann kommt der Moment, wo dies vorbei ist, sie nie mehr blühen.

«Der Krokus», so sagt Uchiyama Rochi, «blüht ohne Zweck, sein Leben bedeutet eben zu blühen.» Er steht nicht in Schönheitskonkurrenz zu anderen, möchte nicht mehr geliebt werden oder nützlicher sein, es möchte nicht mehr Macht haben als die anderen oder auf Instagramm bzw. youtube mit vielen Clicks versehen sein…..

wer weiterlesen möchte, bitte hier klicken, Gassho Gyoriki

Sanko-ji newsletter Februar 2021


Sanko-ji newsletter Januar 2021

Liebe Freundinnen und Freunde Sanko-ji!

 

 Ein heilsames Jahr 2021 wünsche ich euch allen und möget ihr viel Zeit finden zu praktizieren.

 Genau das richtige Wetter, um Kraft zu schöpfen. Hier ist es kalt und die weissen Riesen im Wald haben das Kommando übernommen.  

 

Die Naikanwoche verlief dementsprechend ruhig und friedlich. Zum ersten Mal begleitete ich drei junge Menschen (zw. 20-22 Jahren) im Naikan. Am Beginn des Erwachsenenalters Naikan zu praktizieren ist natürlich ein Privileg und ich bin davon überzeugt, die beste Art und Weise erwachsen zu werden. Ich hatte höchsten Respekt vor ihre Übung, denn ich hätte in diesem Alter niemals Naikan gemacht bzw. durchgestanden. Es ist wunderbar, wenn junge Menschen kommen und die Grundlage zu einem glücklicheren Leben setzen; wenn sie erfahren, wie geliebt sie wurden und wieviel Ihnen von aussen gegeben wurde. Gut ist auch, dass die Veranstaltung von der Gemeinde genehmigt wurde und wir alle gesund blieben.

 

Die nächste Naikanwoche wird die Karwoche (26.03 – 02.04.) sein und ich bitte Euch jetzt schon darum, euch zu überlegen, ob ihr beim Kochen helfen könnt. Erfahrungsgemäss sind die ersten 1-3 Tage sowie der vorletzte Tag sehr anstrengend. Bitte meldet euch baldmöglichst, denn die Höhe der Teilnehmerzahl hängt davon ab. Wir müssen zukünftig wirklich schauen, dass wir während den Naikans zu zweit sind.

 

 

Die nächste Veranstaltung hier wird das Wintersesshin (28.01-31.01.) sein, geleitet von meiner Frau und Zennonne Regula Siegfried, die schon viel Kesa-Näh-workshops begleitete. Unser Dharma-Urgrossvater K. Sawaki entdeckte das Nähen des Funzo-e wieder, das Nähen des Kesa ist ein entscheidenes Merkmal unserer Sangha. «Aufrecht Sitzen mit Kesa, thats all!», sagte er immer.

Das Kesa gibt dem Dharma eine Form und gleichzeitig umfasst es alle Dharmas, obwohl dies unmöglich ist. Ein Mysterium, deshalb sagt man in unserer Sangha, gegen Ende des Lebens studierten die alten Meister nur noch das Kesa.  

Die Basis Dogens Lehre ist dennoch Zazen und deshalb sitzen wir hauptsächlich viel.

 

 Zum Schluss noch die Bitte an alle Empfänger des Newsletters: Bitte meldet euch unbedingt, wenn ihr die news nicht mehr lesen mögt. Bitte seid ehrlich, für uns   alle ist es besser und stimmiger. Ihr könnt euch jeder Zeit wieder melden.

 

Und ganz zum Schluss noch ein kleines Video vom Berg oberhalb Sanko-jis – 60 Minuten maximale Stille – zum Geniessen. (Doppelklick). Deswegen habe ich, wie alle Jahreszeiten, auch den Winter so besonders gern.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz herzlich und viel tiefe Praxis, die Welt braucht unsere Praxis, denn wir sind diese Welt! In Krisenzeiten können wir so durch unsere Ganzheit, Klarheit und Stabilität den Verängstigten und Leidenden helfen.

Das ist das Fundamentale, Wunderbare der Lehre Dogens.  Die Essenz der Praxis.

 

Gassho

GyorikiSank


Sanko-ji e.V. newsletter Dezember

Liebe Freundinnen und Freunde Sanko-jis
 
Hoffentlich gehts euch gut. Die Dinge laufen trotz der sehr vielen Arbeiten hier in Sanko-ji gut.
 
Das Rohatsu , das 8 Tage Sesshin, indem wir  14 Stunden am Tag der Erleuchtung Buddhas gedachten, machten wir zu zweit physisch hier im Zendo.  
 
In der Nacht des Rohatsubeginns kam der Winter in die Berge und hüllte uns in Frost und Schnee und Schweigen.  
 
Da passte Dogen Vers: “Schnee bedeckt das Wintergras, der weisse Reiher versteckt sich darin.” 
 
Perfekte Bedingungen fürs Rohatsu, da ich auch in diesem Jahr wieder genug Holz für die Öfen bereit stellen konnte.
 
Philipp, der sein erstes Rohatsu absolvierte, meinte hinterher: “Das war eine sehr kräftige Zeit hier!” Eine sehr schöne Formulierung. Mit seinem Anfängergeist hat er auch mir das Rohatsu erleichtert, denn dieses Jahr verblendete mir Samsara oft (sehr anstrengende Wochen vorher gehabt)  eben diesen so essentiellen Anfängergeist ohne den ein Rohatsu kaum möglich ist. 
 
In unserem kurzen Austausch drückte er auf ähnliche Weise sehr gut  aus, was auch ich im Rohatsu erfahre. Und was das Rohatsu so wertvoll macht und in einem kürzerem Sesshin wenig möglich ist. Obwohl man aufgrund der körperlichen und psychischen Phänomene sich immer wieder einmal sehr unwohl fühlt, ist gleichzeitig ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit und “Wohl- sein” da, ein “Zuhause sein” dürfen. Das möchte man ewig spüren. Ein Mysterium, das man nicht beschreiben kann. Erst am siebten Tag beginnt wieder die Energie und der tiefe Wunsch in einem zu wachsen, wieder in seinen Alltag zurückzukehren.
Auch der Körper hat sich wieder aufgerichtet und fühlt sich leicht und mobil an – zuminstens im Vergleich zu vorher:-)
 
Danke Dharmavorfahren, die ihr uns so viel Positives übermittelt habt!
 
Unerfreulich dagegen, dass aufgrund der verschärften Coronaangstmassnahmen, die Naikanwocheüber den Jahreswechsel ziemlich sicher nicht stattfinden kann. Albin klärt es noch nächste Woche mit dem Ordnungsamt ab. Das ist um so bedauerlicher, da wir zwei Teilnehmern nun schon zum zweiten Mal absagen müssten. Schade wissen die Behörden nichts über die Praxis des Naikan und wie wertvoll es wäre, es zu praktizieren, in diesen merkwürdigen Zeiten.
 
Letzthin stiess ich im neuen Buch über Kodo Sawaki – Discovering the true self auf folgenden Text.  Kosho Uchiyama Roshi brachte die Essenz der Lehre seines Meisters Kodo Sawaki in sieben Leitsätzen unter. Ohne um diese Leitsätze vorher zu wissen, finde ich, haben wir in Sanko-ji schon vieles davon umsetzen können und ich finde deswegen, sie passen sehr gut in unser Leitbild!:
 
  •  Gewinnen ist Illusion, Verlieren ist Erleuchtung
  • Versuche nicht irgendwelche Vorteile zu erreichen, sei nicht gierig und bedaure es nicht, zu verlieren. 
 
  • Etabliere nie eine Organisation. Dinge, die von einer Institution erreicht werden, werden aufgrund dieser Institution zusammenbrechen. Der Aufstieg und Fall von Errungenschaften ist nichts anderes als die Transmigration in Samsara. Dies war Sawaki Roshis fundamentale Haltung. 
 
  • Unterrichte Einzelpersonen nacheinander. Anstatt Menschen allgemein innerhalb eines Systems zu erziehen, müssen wir jeden einzeln ansprechen, da jeder einzigartig ist. 
 
  • Bittet nicht um Spenden. Die Leute haben die Idee, dass sie gebeten werden, zu spenden, wenn sie an einem Tempel beteiligt sind. Dies hat den Buddha Dharma ernsthaft verletzt. Wir bitten nie um Spenden. Auf diese Weise können Menschen kommen, ohne sich um Geld sorgen zu müssen.
 
  • Sei nicht flatterhaft. Handle nicht getrieben von deinen selbst zentrierten Gedanken.
 
  • Wenn du nachlässig bist, wirst du berühmt und erreichst eine hohe Position. bemühe dich, nicht in der Welt aufzusteigen. Besonders nach dem vierzigsten Lebensjahr werden Ruhm und Profit verlockend sein.
 
Passt auf euch auf, bleibt gesund, bleibt “tres Zen”- also lasst euch nicht von der Angst anstecken, nutzt die ruhige Zeit und gute Praxis.
 
Ganz herzlich und tiefes Gassho
 
Gyoriki

Sanko-ji e.V. November newsletter

Liebe Freundinnen und Freunde Sanko-ji’s!


Die Praxis unter COVID 19 Auflagen geht hier unablässig weiter, das ist die gute Nachricht.

In Sanko-ji findet sowohl die tägliche Praxis als auch die Naikanwochen und Sesshins/Rohatsu (s. Veranstaltungen) in angepasster Form (gemäss der aktuellen Corona-Verordnung BW vom 2.11.2020) weiter statt. Dazu wurde von mir das Hygienekonzept erstellt und kann bei Bedarf von jedermann eingesehen werden.

Wir sehen es gerade in diesen Zeiten als wichtig an, gemeinsam und physisch anwesend den universellen Geist verkörpert in Zazen zu praktizieren und danach zu leben. Ich glaube viele Menschen brauchen diese religiöse Praxis, das Ritual, die Zeremonie, das Beten, was auch immer und die religiösen Gemeinschaften sollten sich mehr dafür einsetzen, dass dies real und physisch möglich sein darf, anstatt es sich einfach machen und auf virtuelle Angebote setzen. Ich befürchte, dass sich so Religion noch überflüssiger macht.

Also Praxis jetzt bitte alleine zuhause oder hier in Sanko-ji praktiziere jetzt, es ist essentiell! Kodo Sawaki meint: Ich bin die am meisten verblendete Person auf der Welt, deshalb muss ich soviel Zazen praktizieren. Ich muss ihm widersprechen, ich bin verblendeter.-)

Dazu ein Video der Sotoshu, die erklärt, wie wir alleine richtig Zazen machen können.

https://youtu.be/n_vQVnlgJOI


Wie es zur Verblendung des Menschen und warum Praxis gerade jetzt so wichtig ist, was Meister Dogen und Sawaki dazu sagen sowie Reinold Messmer und der frz. Philosoph B. Morizot, u.a. dazusagen, das habe ich im folgendem kleinen Aufsatz, den ich euch ans Herz legen möchte, sehr verkürzt zusammengefasst. Mir ist bewusst, es gäbe sicherlich noch mehr Aspekte aufzuarbeiten:

Die westliche Zivilisation in der Krise (Kapitel 1) ….

…Wie das Elend begann?… oder Am Anfang waren ein Fake Mythos und ein grössenwahnsinniges Tabu.

Der Mensch hat sich seit jeher als Ausnahme in der Gemeinschaft der Lebewesen definiert und das andere als die Natur da draussen definiert. Nun ist das, so schreibt der frz. Philosoph B. Morizot, gar nicht möglich aus der Gemeinschaft der Biomasse auszutreten. So musste der Mensch der westlichen Zivilisation zu dem Trick greifen, einen sich selbst bestätigenden Mythos inklusive Tabu zu erfinden, der sich folgendermassen beschreiben lässt: Zwar dürfen wir Menschen uns von der in den Lebewesen enthaltenen Sonnenenergie ernähren, aber die anderen Lebewesen haben nicht das Recht, sich von der in uns enthaltenen Sonnenenergie zu ernähren.
Das dazugehörige Tabu besteht nun darin, alle Bedingungen zu verbieten und zu verdrängen, unter denen wir als Biomasse anderen zur Verfügung stehen könnten.
Dies hatte in den Jahrtausenden bis heute zur Folge, dass alle Lebewesen, die UNS und UNSEREN Nutztieren, – pflanzen schaden oder gar essen könnten, wie Raubtiere, Schädlinge, Bakterien, Pilze und Viren, etc., ausgerottet werden müssen.
Ganz anders übrigens in anderen Kulturen, wie zum Beispiel in Teilen Sibiriens. Hier gehen die alten Menschen, wenn sie den Tod fühlen in den Wald, und übergeben sich dort in einen anderen Zustand. Sie geben ihr Fleisch, ihre Biomasse zurück und treten zurück in den Kreislauf des Waldes ein. (Es gibt also Alternativen)

Soweit dieser kleine Exkurs: Obwohl der Mensch immer wieder betont wie wichtig sie ihm ist, ist die Natur nur willkommen, wenn sie so funktioniert, wie er sie sich vorstellt. Im besten Falle ein «nice to have». Viele flüchteten dieses Jahr vor der Pandemie in den Schwarzwald und verbreiteten an den bekannten Hot Spots Lärm, Hektik, etc. Aber die Natur bietet uns genau das Gegenteil: Entschleunigung, Stille,
Einsamkeit. Aber all das ertragen viele Leute nicht mehr – als Resultat eines anderen Problems: der heutigen Handy-Pandemie.

Er hat sich losgelöst von seinem Ursprung, kann er so letztlich auch weiterhin überleben?

Auf die Frage ob er im Zusammenhang mit dem Corona Virus und dem Klimawandel Angst bekäme antwortete Reinhold Messmer: Angst kommt bei mir in diesem Zusammenhang nicht vor, auf beides blicke ich ganz rational. Das Virus ist Teil der Natur, und wir empfinden es als schrecklich. In Wirklichkeit ist dieses Virus weder böse noch gut, es ist nur da und hat genetisch die Information, dass es sich verbreiten muss. Es ist so winzig klein, dass man es mit bloßem Auge nicht sehen kann, und es ist trotzdem in der Lage, die Welt in Schach zu halten – die Menschenwelt. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht die Krone der Schöpfung sind. Wir Menschen sind nur geduldet auf der Erde, und wir sind eines der schwächsten Glieder, obwohl wir mit der Wissenschaft, der Technologie, der Medizin und der Pharmazie einen Status erreicht haben, der uns in den Glauben versetzt, unendlich zu sein. Als ob selbst der Tod aufzuhalten wäre – alles Humbug! Es wird uns nicht gelingen, uns über die Natur zu erheben.

…Oder Anton Tschechov, in Onkel Wanja (schon 1898 formuliert):

Menschen sind mit Klugheit und Talent gesegnet, um zu vermehren, was ihnen geschenkt wurde, aber statt etwas hervorzubringen, zerstören sie nur. Die Wälder werden immer weniger, die Flüsse trocknen aus, die Tiere sterben aus, das Klima verschlechtert sich und mit jedem Tag wird die Erde hässlicher und ärmer.

Wie also weiter? Nun käme die Religion ins Spiel… (Kapitel 2)

Die Alternative wäre beispielsweise zurück zur Wurzel, zurück zum Ursprung, nachhause ins Universum kommen, dort wo es keinen Unterschied gibt zwischen Leben und Tod, krank und gesund, Glück und Unglück. Die tiefste Methode des «Coming home» ist Zazen, Buddha sein, eins werden mit allen Lebewesen – ja, tatsächlich auch Viren. Aus dieser Erfahrung heraus lebend könnte der Mensch den Wendepunkt schaffen.

Als Bodhisattva geloben wir alle Lebewesen zu retten, alle Lebewesen zu respektieren und der Begriff Lebewesen meint hier nicht nur Menschen und vielleicht noch Haustiere, sondern wirklich Alle Lebewesen und das schliesst nach Dogen Steine, Wasser, alle Elemente mit ein und nicht nur Menschen und das was sie für “wertvoll” halten. Diese Art des Lebens ist für uns heutige Menschen fast unvorstellbar radikal, doch als Soto-Zen Mönch und quasi Anwalt für Dogens Lehre traue ich mich auf den ersten Blick “Ungeheuerliches” zu schreiben.

Obwohl wir denken, dass wir ein Individuum sind, wurde uns unser Leben von der Mutter Natur geschenkt und dort hin kehren wir auch wieder zurück. Wir sind nicht allein! “Wenn ich Zazen praktiziere, umarme ich das Universum” sagt Kodo Sawaki Roshi.

Wenn ich mit dieser Erfahrung nach dem morgendlichen Zazen oder nach dem Sesshin hinausgehe in die Welt und handle, dann ist meine personale Handlung das Handeln des Universums. Du allein handle aus dem Universum heraus und das ist was Dogen mit tiefer Zenpraxis meint. Aus der Universums Erfahrung heraus, als Buddha oder als Stellvertreter des Universums handeln und nicht als Individuum, dass sich durch den sogenannten “Fortschritt” als “losgelöst” und über Universum oder Buddha stehend sieht und handelt, wie es ihm und seiner Spezies gefällt und guttut.

Um mit Kodo Sawaki noch deutlicher zu werden: Wenn du Zazen praktizierst, wirst du schon bald nicht mehr praktizieren. Das grosse Unbegrenzte wird übernehmen und praktizieren…. Im Zazen eliminierst du dich selbst und es wird durch unsere Mutternatur ersetzt.

Ich bin überzeugt, wenn ein paar mehr Menschen, aus dieser Erfahrung auf dieser Welt handeln würden, würden sich die Lebensweisen der Wesen wieder mehr durchdringen.
Doch das Problem der Religion en ist, dass sie den abgekoppelten Menschen gar nicht mehr erreichen. Ist die Abkopplung und die damit verbundene Angst schon zu zu dominierend im Menschen geworden?Alle Religionen beklagen, dass es zu wenig ernsthaft Praktizierende gibt. Ist die Hürde zu gross? Obwohl viele Menschen denken die Zazenpraxis sei schwierig, ist es doch einfach nur die Art wie wir unser tägliches Leben leben. Dogen nennt das ” den praktizierenden Buddha”. Wir machen Zazen zu unserer Grundlage und wir praktizieren unser ganzes Leben mit diesem Körper – das ist der Buddha Weg.

Auch wenn du nicht darüber nachgedacht hast, Zazen ist Buddha zu sein ohne direkte Beziehung zu unserem Denken und Gefühlen.

Zazen zu tun ist der Beweis, dass dir das Leben von der Mutter Natur gegeben wurde. Zazen ist die Fortführung des Universums. In anderen Worten das Universum wird zu dir. Eine Person, die Zazen macht und die ganze Welt macht Zazen. Alle Lebewesen zusammen mit uns, wie schön, oder?! Diese unsere Praxis allein bringt in diese menschliche Welt einen aussergewöhnlichen religiösen Antrieb.

“Was wirst du bekommen, wenn du Zazen praktizierst? Du wirst alles von der Erde und dem Himmel bekommen. Trump, Biden, Putin, Merkel,…alle sind in meinem Zazen.» (Abgewandelt nach Kodo Sawaki)

«Mach das Universum zu deinem Anliegen, mach die Ewigkeit zu deinem Anliegen. Dann kann dich nichts mehr stören. Einer der mit Entschlossenheit sitzt, hat den nicht bewegbaren Buddhageist.» (Kodo Sawaki)

Auch wenn ich trotz Pandemie mehr gemeinsame physische Zazen-Praxis fordere und für den besten Weg halte, gleich noch die restlichen Probleme der Welt zu lösen, bin ich dennoch nicht einer, der die Pandemie verharmlost. Diese Pandemie ist sehr wohl ein Problem. Ich bin bereit, alle Regeln einzuhalten. Mir ist klar, dass wir das nur gemeinsam werden lösen können. Aber im Herzen akzeptiere ich nur die Gesetze des Universums und glaube, dass wir die Probleme nur gemeinsam mit dem Universum lösen können, nicht in dem wir es bekämpfen und zerstören.

Hoffentlich bis bald mal am Sesshin zusammen Buddha spielen!

Gassho und herzlichst
Gyoriki