Im Leben eines Menschen kommt irgendwann der Punkt, an dem er sich einmal zurückziehen möchte, um Klarheit  über sein bisheriges, jetziges und zukünftiges Leben zu gewinnen. Es ist der Zeitpunkt, an dem man nicht mehr dieselben Fehler machen möchte, sich vielleicht neu ausrichten, endlich glücklich sein will oder zurückschauen möchte.

Es ist endlich die Gelegenheit Dankbarkeit zu fühlen für all das, was man im Leben erhalten hat und sich zu versöhnen  mit wem und was auch immer.

“Durch die Erzählungen eines Freundes neugierig geworden, nahm ich vor drei Monaten zum ersten Mal in meinem Leben an einer Naikanwoche teil.
Für mich ist diese Woche heute, drei Monate später, eine erste Etappe auf einer unglaublich spannenden Expedition.
Ich werde weiter gehen auf dem Naikanweg, denn ich habe in meinem Leben noch nie zuvor so klar erfahren, was mit “erkenne dich selbst” gemeint sein könnte!” U.W.

Diesen Prozess, den ich als Selbstklärung bezeichnen würde, sollte an den Wurzeln unseres Verhaltens – den Gewohnheiten, den Mustern, dem Charakter, den Glaubenssätzen, dem “So bin ich halt”, oder wie immer wir das bezeichnen würden – ansetzen. Egal welche Methoden/Therapien/Wege wir bisher absolviert haben, kann Naikan uns einen weiteren Schritt in eine neue Dimension machen lassen, weil wir genau und sorgfältig auf diese in unserer Kindheit liegenden Ursachen hinschauen. Es ist sehr sinnvoll, sorgfältig, in Ruhe, entspannt und beschützt, hinzuschauen. Es ist hilfreich, objektiv sein Leben zu bilanzieren, zu schauen wie es wirklich war, Dunkles, Graues, Verschwommenes heller und Klarer zu machen. Oder wie wir es auch nennen könnten, “Schattenarbeit” zu leisten.  Das Unbewusste, das je nach Einschätzung von Experten 80% und mehr unserer Psyche/Geistes ausmacht, sollte so weit als möglich irgendwann einmal berücksichtigt werden. Lassen sie uns gemeinsam das immer wieder in den Fokus legen.

Hier in der Zenklause begleiten wir sie auf diesem Weg der Selbstklärung im Rahmen einer klassischen Naikanwoche (KLARWoche). Diese hier praktizierte Methode der Selbstklärung wurde in Japan entwickelt und heisst ursprünglich Naikan. Es ist ein sanfter Weg der Selbsterkenntnis, der meditative und psychologische Aspekte vereint. Er beruht auf der grundlegenden Erkenntnis, dass wir nicht nur unsere äußere, sondern auch unsere innere Welt selbst gestalten und verantworten.

“Ich werde Naikan weiter empfehlen – ich empfinde diese Woche als wirkungsvoller als 10 Jahre Psychotherapie. ( das ist wohl etwas plakativ ausgedrückt…)” E.K.

Die Naikan-Methode ist frei von religiösen Formen und Inhalten. Das Wort NAIKAN (jap. NAI – Inneres, KAN – Beobachten) bedeutet Innenschau oder Innere Betrachtung. Die klassische Form der NAIKAN-Übung dauert sieben Tage und wurde von dem Geschäftsmann Ishin Yoshimoto entwickelt. Es ist in Japan ein weit verbreitetes Meditationsverfahren. Diese Naikanwoche wird in Stille ohne äußere Ablenkung geübt. In geschützter Atmosphäre geben wir uns Zeit und Raum, unsere Lebensgeschichte zu betrachten.