Volker Gyoriki Herskamp, ​​geb. 1965, verheiratet mit der Zennonnbe Regula Siegfried, einer Tochter und zwei Enkelkindern, ist Zen-Mönch / Priester (Soto-Zen) und Leiter der Zenklause Sanko-ji. Mit 14 Jahren begann ich zum ersten Mal christlich in einer katholischen Kapelle zu meditieren. Ich habe bis 1990 regelmäßig den katholischen Ritus praktiziert. Als ich mit dem Zazen anfing, hörte ich auf, denn die Erfahrung von Zazen war das, was ich immer in der christlichen Religion vermisst hatte. Ausserdem war ich enttäuscht von der katholischen Institution und einer meiner Meinung nach falschen Entwicklung der Kirche, die weit entfernt von der Lehre Jesu war.

Zunächst führte mich meine Suche nach Körper / Geist-Einheit jedoch zum Extrem-Ausdauersport-Triathlon (ex. Ironman Schweiz, 11. Gesamtrang).

1990 fand mich Zazen endlich. 1997 nahm ich Tokudo und wurde von Missen Michel Bovay, einem Schüler von T. Deshimarus Roshi, zum Mönch geweiht. 1998 gründete ich im Auftrag meines Ordinationsmeisters Bovay mit einigen Laienfreunden das Zen Dojo Basel/Schweiz mit der täglichen Praxis von Shikantaza, das ich bis 2018 leitete. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem Personen  Zazen vor und nach der Arbeit üben können.
In den besten Zeiten gab es 8 Zazentermine pro Woche, die von jeweils 5-10 Personen frequentiert wurden. Die Sangha umfasste 40 aktive Menschen. Ein- bis zweimal im Jahr haben wir auch Zazentage organisiert. Ich übernahm auch oft die Verantwortung als Tenzo, Servicechef, Shusso, Ino und Tanto in Sesshins im Stile meines Lehrers. 

Außerdem beginne ich Ende der 90er Jahre, heimlich immer mehr die Bücher von Kosho Uchiyama, Kodo Sawaki, Shohaku Okamura, Katagiri Roshis, Muho Noelke usw. zu studieren, und dies öffnete und befruchtete meinen Verstand. Mein Lehrer wollte nicht, dass seine Schüler etwas anderes studieren als seine und Deshimaru Roshis Bücher. Manchmal tat ich dies im Geheimen, aber im Grunde folgte ich seinen Ratschlägen. Aber ich wurde nicht zufrieden, es schien mir eng und nicht repräsentativ für volles Dharma, für all die unzähligen Dharmatore.

Im Jahr 2005, nachdem die AZI wieder Kontakt zu japanischen Soto-shu aufgenommen hatte, führte mein Meister eine Fake-Ordination für seine Schüler durch, damit sie offiziell als Zenpriester registriert werden konnten. 2007 schickte mich mein Lehrer in seiner Funktion als Präsident der AZI für zwei Wochen mit vier weiteren seiner Schüler nach Eihei-ji Betsuin, um etwas über das japanische Zen-Training zu lernen. Es war sehr interessant. 2009 war ich für ein paar Tage in Antai-ji, um Muho wiederzusehen, den ich 2007 nach Basel eingeladen hatte. Eigentlich wollte ich zwei Monate bleiben, aber dann starb mein Meister. Aufgrund der vorherrschenden Probleme um die Nachfolge in der Sangha beschloss ich, zur Trauerfeier zurückzukehren und ein 90-tägiges morgendliches Sitzen im Dojo Basel zu organisieren.

Doch die Spannungen in der Sangha wurden immer schlimmer bis sich die Sangha schliesslich in zwei Teile spaltete. Es war seit Beginn der Krebserkrankung meines Meisters (2007) eine sehr traurige und hilflose Zeit für mich und meine Dharma-Schwestern und Brüder, denn unter anderem weigerte Missen Bovay infolge schwerster Krebsschmerzen sich, irgendetwas zu entscheiden.

Nach dem Tod von Missen Bovay kamen immer weniger Menschen zum Zendo nach Basel. Darüber hinaus begannen die anderen Zenlehrer der AZI, die Schüler zum Üben in ihren Zencentern zu motivieren. Einige untersagten ihnen sogar, zu Zazen oder Sesshins nach Basel zu kommen oder Kontakt zu mir aufzunehmen. Ich frage sie warum und mir wurde gesagt, dass ich kein richtiger Zenpriester mehr sei, weil ich keinen Meister hätte. Ein- oder zweimal im Jahr begann ich, zusammen mit den wenigen verbliebenen Schülern von Missen Bovay ein Sesshin in der Wartburg und/oder Walkringen zu organisieren. (50-90 Personen kamen)

Sofort nach Bekanntwerden der schweren Krebserkrankung und besonders nach Missen Bovays Tod im Jahr 2009 begann ich ANGYA (die klassische Wanderung des Zenschülers um Buddha, Dharma, Sangha kennenzulernen) und übte unter anderem mit Lehrern wie Muho Noelke Roshi, Shodo Harada Roshi (Rinzai), Reb Tenshin Anderson Roshi und Shohaku Okamura Roshi etc. Zazen. Durch diese Kontakte begann ich, die Praxis in meiner Eremitage mehr und mehr auf den Antai-ji/Sanshin-ji-Stil umzustellen. Jetzt ist meine Angya (Wanderung endlich fertig und ich bin ein Schüler von Shohaku Okamura Roshi (2019) und Teil der Sanshin-ji-Sangha geworden!

2008, mitten in der tiefen Krise, habe ich den ersten Naikan absolviert und war von der Kraft dieser Praxis völlig überwältigt, was zu Versöhnung und großer Dankbarkeit führte. Unter Helga Hartl-Margreiter/ Österreich absolvierte ich die 7-jährige Naikan-Leitungsausbildung. Unter ihrer Anleitung beginne ich auch mit dem Üben von Jujukinkai – 7-tägige Exerzitien, in der ich mein gelebtes Lebens in Beziehung zu den 10 Vorschriften prüfe.

2012, nach dem Tod meiner Eltern und der zunehmenden Isolation in der AZI, weil ich unter den anderen AZI-Lehrer keinen vertrauenswürdigen Lehrer finden konnte, beschloss ich etwas Neues zu machen. Ich habe ein altes Bauernhaus im Schwarzwald gekauft und es zu einem kleinen Übungszentrum umgebaut. So lebe ich seither wieder inmitten meiner geliebten Natur des wunderschönen Südschwarzwaldes. Das Haus wurde unter ökologischen Gesichtspunkten wieder aufgebaut und wird mit Holzheizung betrieben, das Holz produziere ich selbst, es gibt auch eine Permakultur, die ich initiert habe. Ich liebe es hier zu üben und einsam in den Bergen des Schwarzwaldes zu arbeiten. Intensive Körperarbeit, Zazen, Naikan inmitten und mit der Natur, das ist die Dharma-Praxis in Sanko-ji. Es geht auch darum die Natur wieder wertzuschätzen und ihr etwas zurückzugeben und sie zu verwöhnen.
 2014 wurde die Naikan Zen Klause Sanko-ji eröffnet, damit Menschen ernsthaft Zazen und Naikan in und außerhalb der Natur erleben können. Heute bietet die Klause bis zu 20 Personen Platz, in Wirklichkeit kommen durchschnittlich 2-5 Personen. 2017 gründeten 10 unverdrossene Bodhisattvas den Verein Sanko-ji e.V.. Das Ziel ist es, einmal im Monat ein Sesshin im Antai-ji/Sanshin-Ji-Stil oder eine KLARwoche zu organisieren. Meine Familie lebt in Bern und ich sehe sie nur am Wochenende.

Ich habe in Köln Geographie und Sportwissenschaft studiert. In meiner Diplomarbeit beschäftigte ich mich mit der Rolle / Art der Körperwahrnehmung bei “extremen” Ausdauerbelastungen. Ich arbeite zurzeit in Teilzeit als Lehrer (3 Tage die Woche) mit Kindern/ Jugendlichen mit Verhaltensbehinderungen in einer Tagessonderschule und als Dozent für Zen und Mindfullness an der Wirtschaftshochschule des Nordwestens der Schweiz. Diese Arbeit mit jüngeren Menschen fordert mich jeden Tag heraus und bereitet mir auch viel Freude. Auch gibt mir diese Arbeit die Möglichkeit, Zen und Naikan unabhängig von finanziellen Interessen zu praktizieren und zu unterrichten. Auch weil die Dhana-Praxis in Deutschland noch nicht etabliert ist.

Volker Gyoriki Herskamp, ​​b. 1965, married to the Zennun Regula Siegfried, a daughter and two grandchildren, is Zen-monk / priest (Soto-Zen) and leader of Sanko-ji hermitage. At the age of 14, I began to meditate in a catholic chapel in a Christian way for the first time. I practiced regular catholic ritus till 1990. I stopped when I started zazen, this was what I ever missed in christian religion and I too was disappointed of catholic institution and in my opinion wrong developement far from the teaching of Jesus.

Initially, however, my search for body/mind unit led me to extreme endurance sports triathlon (ex. Ironman Switzerland 11th place overall).

In 1990 Zazen finally found me. In 1997 I took Tokudo and was ordained as a monk by Missen Michel Bovay, one of students of T. Deshimarus Roshi.

In 1998 I founded with some lay friends the Zen Dojo Basel/Switzerland with daily practice of Shikantaza on behalf of my master of the ordination Missen Michel Bovay, which I led until 2018. The aim was to install a place, where persons can come to practice Zazen before and after work.

In the best of times there were 8 Zazen dates per week, which were frequented from 5-10 persons each. The sangha included 40 active people. Once or twice a year we also organized Zazendays. I also often take responsability as tenzo, service chief, shusso, ino and tanto in Sesshins of my Teachers Tempel Muijo-ji Zürich/switzerland (80-120 persons) in the AZI style. Also I start at the end oft ehe 90’s to study secretly more and more the books of Kosho Uchiyama, Kodo Sawaki, Shohaku Okamura, Muho Noelke, etc. and this openend my mind. My teacher didn’t want that his students study anything than his and Deshimaru roshis books, I sometimes did this in secret, but regular i followed his advices. But I got not satisfied, it seemed to me narrow and not represanting full dharma.

In 2005 after AZI started contact again to jap. Sotoshu my master intialized a fake ordination for his diciples, so they could offical be registered as a zenpriest afterwards. In 2007 my teacher in his function as president of AZI sent me for two weeks with four other of his  diciple to Eihei-ji Betsuin to learn about Japanese Zen training. It was very interesting. 2009 I visited for a few days Antai-ji to meet Muho again, who I had invited 2007 to Basel. Actual I wanted to stay for two month, but than my master died. Because of the prevailing trouble about the emulation, I decided to go back to the funeral ceremony and organized a 90 day daily morning sitting in Basel zendo. It get worther and worther and the sangha spreaded in two parts. It was since the start of cancer in his masters body (2007) a very sad and helpless time for me and his dharma sisters and brothers, because inter alia Missen Bovay full of heavy cancer pain refuse to decide anything.

After the death of Missen Bovay fewer and fewer people came to the Zendo in Basel. Further the other Zenteachers of the AZI started to motivate students to practice in their Zencenters, some even start to prohibit them to come to zazen or sesshins in Basel or held contact to him. I ask them why and I get told, that I’m not a right zenpriest anymore, because I has no master.  Once or twice a year I started to organize a sesshin together with the few remaining students of Missen Bovay. (50-90 persons came) After Missen Bovays death in 2009 I practiced Zazen inter alia with teachers how Muho Noelke Roshi, Shodo Harada Roshi (Rinzai), Reb Tenshin Anderson Roshi and Shohaku Okamura Roshi etc. . Now finally my Angya is finished and I has become diciple of Shohaku Okamura Roshi. Through this contact I started changing the practice in my Hermitage more and more to Sanshin-ji style..

In 2008, in the midst of the deep crisis, I completed the first Naikan and was completely overwhelmed by the power of this practice, which leads to reconciliation and great gratitude. Under Helga Hartl-Margreiter/Austria I completed the 7-year Naikan leader formation. Under her mentoring I start also the practice of jujukinkai – 7-days retreats of examination my lived life towards the precepts.

In 2012, after my parents’ death and getting more and more isolated in the AZI, because I was not able to find a teacher under the other AZI-teacher. I decided to do something new. I bought an old farmhouse in the Black Forest/Germany and converted it to a small practice center. So I practice a withdrown life in my beloved nature again. The house was rebuilt under ecological aspects and is operated with wood heating, the wood I produce by himself, there is also a permaculture I intiated. I start to love practicing and shard working lonely in the mountains of black forest. Intensiv Bodywork, Zazen, Naikan in midst and with nature that ist he dharma praxis in Sanko-ji.

 In 2014, Naikan Zen Hermitage Sanko-ji was opened to allow all people to experience the seriousness of zazen and naikan in and out of nature. Today, up to 20 people can practice here – in reality 2-5. The goal is once a month to organize a sesshin in the sanshin-ji style or a Naikanevent. My family lives in Bern and I see them only on weekends.

I studied geography and sports science in Cologne. In my diploma thesis, I dealt with the role / types of body perception during “extreme” endurance exercise. I’m currently working part-time as a teacher (3 days a week) with adolescents with behavioral specificities and as a lecturer in Zen and Mindfullness at the University of Northwestern Switzerland. This work with younger people challenges me and gives me also a lot of  pleasure. Also this work give me the opportunity to practice Zen and Naikan independed from financial interests. Because dhana practice is not yet established in Germany.