Zenkonyama – die Einsiedelei

Wem es noch immer nicht zu einsam und abgelegen ist, der kann sich ins Zenkonyama (jap. Berg der guten Wurzel) zurückziehen. Dem kleinen Bergtempel mit an klaren Tagen – Alpensicht! Er wurde vor über 10 Jahren von Mitgliedern der Basler Zen Sangha gegründet, die ihn 2018 aufgab.

Regelmässig leitet hier der Zenmönch Christoph Martin Zazen-openair Nachmittage (Sommer/Herbst)

In einer kleinen Hütte mit dem Notwendigsten ausgestattet, lässt sich lange aushalten. (Ein Übernachten ist natürlich offiziell verboten).

Der dazugehörige Wald von ca. 1ha ist ein Beispiel für sanfte, natürliche Waldwirtschaft, nur einzelne Bäume wurden aus dem alten, nach Vorbild der traditionellen Plenterwirtschaft genutzten Wald, entnommen. Dies fast auschliesslich in Handarbeit, die Folge: Ein Dickicht von Jungpflanzen umgibt die alten ehrwürdigen “Grossmutterbäume” aus Eiche, Buche und Esche, die mehr als 200 Jahre alt sind. Ab und zu fällt so eine alte Buche aus Altersschwäche um, und entbindet den Holzbearbeiter vom gefährlichen Fällen. Sie machen Platz für die Kinder und Grosskinder und schenken uns viel Brennholz. Dieser Wald ist robust und strotzt der langanhaltenden Trockenheit. Mehr als 1000 Tierarten sollen auf einer alten Eiche leben, Hirschkäfer habe ich schon gesehen. Im Unterholz wächst der seltene Seidelbast und viele andere Sträucher und Baumarten. Im Umkreis gibt es einen solchen, natürlichen artenreichen Wald nicht mehr. Immer wieder rät man mir, die schönen wertvollen Stämme zu verkaufen. Bei den Nachbarn sterben die Bäume an Trockenheit, infolge des verdichteten Bodens, der fast ungeschützt der Sonne und dem Wind ausgesetzt ist.  Sie müssen neue Bäume setzen, diese Setzlinge vertrocknen, weil es zu trocken ist. Warum, lassen wir den Wald nicht natürlich nachwachsen und selber entscheiden, was am Standort wachsen will ? Nur kurzfristig ist der Ertrag der modernen Waldwirtschaft höher, langfristig davon bin ich überzeugt, liefert die natürliche Waldwirtschaft mehr Holz und für die Natur mit ihren Wesen ist es sowieso besser. 

Vor dem Wald ist noch ein Streifen Wiese, der auch als Landreserve für Sanko-ji dient, die hier angepflanzten Obstbäume werden ausschliesslich von den Tieren genutzt, selten bleiben mal eine paar Äpfel übrig. Wir wünschen euch einen guten Appetit und kommt bald wieder!

Gesichtete Raritäten hier: Pirol, Schwarzspecht, Hirschkäfer, Gottesanbeterin, Hummelragwurz, Affodil, Zweiblatt, Seidelbast, etc.