Zenklause Buddha

Nicht Heilig-sein:

Wenn man dies alles liest, könnte man meinen, wir wären verbissene Ökos und Buddhisten, die für ihre Ideen leiden und asketisch leben, um der Gesellschaft die „wahre“ Art zu Leben zu zeigen. Die über den Dingen stehen, da rein und ohne Fehler. Dem ist nicht so.

Im Gegenteil wir geniessen diese Art im schwarzen Wald zu leben, hart zu arbeiten, gut zu Essen und zu Trinken, zu praktizieren, vom Feuer gewärmt zu werden, die Elemente auf der Haut zu spüren, egal ob Sonne, Kälte, Wind und Regen,  auch mal nach einem Arbeitstag im verschneiten Wald, frierend und mit schmerzenden Gliedmassen in die heisse Badewanne zu steigen und sich so verwöhnen zu lassen, in der Stille und Abgeschiedenheit zur Ruhe zu kommen und gut zu schlafen, unseren Körper trainieren und fast nie krank zu sein, etwas Sinnvolles zu tun, frei und unabhängig zu sein, obwohl nicht reich, aber auch manchmal ehrfürchtig zu sein vor der Macht der Natur, dem Sturm, dem Gewitter, dem Sesshin,  das über uns hinwegfegt. In Kontakt zu kommen mit dem, was immer war und bleibt, ist heilsam. Zu spüren, dass auch wir Menschen willkommen sind in der Natur und dass es uns doch nicht braucht, die Erde wird ohne uns ungestört weiter existieren.

Wir wollen keinen radikal, ökologischen Ort erschaffen und sind auch keine heiligen, reinen Menschen. Wir essen  gerne, manchmal darf es auch ein Schnitzel mit Pommes sein oder Supermarkt-Schokolade, etc.. Wir wollen trotzdem der modernen, rein profitorientierten Gesellschaft eine Alternative anbieten, die zum Wohlergehen aller Wesen führt. Insbesondere wollen wir jungen Menschen die Möglichkeit geben, ein einfaches, erfülltes Leben kennen zu lernen.

Buddhismus ist der Mittelweg, über die „Moderne“ im Gegensatz zur „alten“ Gesellschaft hinaus gehend. Früher war nicht alles besser, aber es war anders, heute ist vieles besser, aber es gibt auch vieles, was uns von unserem Ursprung entfernt.

Auch die intensive Praxis von Zazen ist kein Weg zu Erleuchtung und Heiligtum. Es ist die Verwirklichung der Wirklichkeit im Einklang mit der Natur. Ein eigentlich völlig normaler Zustand.

Alle alten Buddhas betonten immer wieder: „Triffst du den Buddha, töte ihn! Triffst du den Dämonen, so lade ihn zum Kaffee und Kuchen ein!“