Shikantaza ist die ausschliessliche Praxis des Zen, wie ich sie von meinem ersten Lehrer und Mönchsordinationlehrer Missen Michel Bovay ( verst. 2009) gelernt habe.

Die Praxis von Shikantaza wird von meinem zweiten Lehrer Shohaku Okumura durch drei Elemente charakterisiert:

1) Das Studium des Sinns von Zazen im Kontext der Lehren Buddhas.

2) Das Weglassen anderer Aktivitäten und Formalitäten ( ohne Spielzeug) zugunsten des Focus auf Zazen.

3) Die Bedeutung Zazens finden und im modernen Alltagsleben verwirklichen.

Sanko-ji hat es sich ausserdem zu Aufgabe gemacht eine Lehr- und Praxisform des Dharmas zu finden, die den kulturellen, gesellschaftlichen Bedingungen in Europa Rechnung trägt und in der die spirituelle Entwicklung des aus dem europäischen Kulturkreis stammenden Schülers im Mittelpunkt steht.

Den Buddhaweg ergründen heißt sich selbst ergründen (Dem Buddhaweg folgen heißt sich selbst folgen/Den Buddhaweg gehen, heißt selbst gehen).

Sich selbst ergründen (sich selbst folgen/selbst gehen) heißt sich selbst vergessen.

Sich selbst vergessen heißt von den zehntausend Dingen bezeugt werden.

Von den zehntausend Dingen bezeugt werden heißt Körper und Geist von sich selbst und den anderen fallen lassen.

aus Meister Dogens Genjokoan

Wir suchen nicht ausserhalb von uns nach etwas „Erhabenen“, sondern wir finden alles, was es braucht, in unserem gewöhnlichen Geist/Wesen. Es ist sinnlos zu warten, dass endlich die Süssigkeiten vom Himmel fallen.

Zen zielt immer auf das totale, intuitive und konzentrierte Handeln im gegenwärtigen Augenblick. Dadurch entsteht die Einheit mit Körper und Geist, und nicht nur das, sondern mit allen Wesen und dem Universum gleichzeitig. Dieses Leben ist keine erdachte Idealvorstellung, sondern eine sehr konzentrative Übung, die sich in unseren täglichen Handlungen und Begegnungen manifestiert. Es geht nicht darum, zuerst die Welt um uns herum zu ändern, sondern die Welt verwirktlicht sich in ihrer ganzen Fülle und Unendlichkeit in uns.