Auf unserem Weg nach Innen sind wir nur in direktem Kontakt mit dem Leiter. Er sucht uns während unseres Prozesses in regelmäßigen Abständen ( ca. alle 1,5-2h) auf und hört den erinnerten Fakten des vorgegebenen Zeitraums zu und versorgt uns mit Mahlzeiten. Einem nicht-verurteilenden und nicht-wertenden Begleiter gegenüber sich Öffnen zu dürfen, einem der wohlwollend und ohne Zielvorgaben unseren inneren Prozess begleitet, ist für die meisten Übenden schon eine Schlüsselerfahrung und heilend. Die Stille, der Rückzug, die Entspannung, die liebevolle Versorgung, der beschützende Rahmen der Übung – die 3 Fragen beantwortend gegenüber der definierten Person innerhalb des konkreten Zeitraums- , etc. lassen uns wie von selbst voranschreiten. Wie tief wir in die innere Faktenwelt eintauchen, bestimmen wir selbst, in dem wir uns einfach auf Prozess einlassen.

Der Übungsraum – hinter den schützenden Paravents üben die Praktizierenden mit den Drei Fragen. Während der ganzen Woche werden sie an ihrem Platz mit den Jahreszeiten angepassten, der Übung förderlichen Essen aus meist ökologischem Anbau versorgt.

Diese besondere Betrachtungsweise der erinnerten Vergangenheit gestützt auf reine rationale Taten und Tatsachen und die konzentrierte, annehmende Begleitung sind die wesentlichen Bestandteile der Selbstklärungswoche (KLARwoche). Sie ermöglichen eine tiefe, neue Erfahrung der eigenen Lebenswirklichtkeit, durch deren Intensität sich eine veränderte Sichtweise unserer Lebensgeschichte einstellt. Wir finden uns in den Beziehungen gegenüber wichtigen Menschen wieder und entdecken, dass eine neue, heilsamere als die bisher gewohnte Wahrnehmung unsere inneren und äußeren Welt möglich ist. Ohne Therapeuten, ohne reflektierende Gespräche oder Gruppenprozesse lösen sich allmählich unsere alten Muster auf, und eine sanfte Befreiung von Blockaden beginnt. Diese Befreiung vollziehen wir ganz allein! und schaffen durch sie neuen Raum für Liebe, Lebensfreude und Achtung uns selbst und anderen gegenüber.

Wenn wir uns Übung überlassen, verliert die Zeit an Bedeutung, Tag und Nacht verlieren ihre Abgrenzung, die Welt draussen verschwindet und es tritt mit jedem Tag schärfer und konkreter unsere INNERE Welt zutage. Sieben Tage sind für diesen Prozess absolut notwendig und ausreichend. Die Übung beginnt morgens um Sechs mit Sechs Glockenschlägen und endet abends zwischen 21.30 und 22.00 Uhr mit Sechs Glockenschlägen. Doch eigentlich wird die Übung nach vier Tagen endlos und ohne Pause. Selbst nachts nimmt der eingeleitete Prozess seinen Lauf. Die nacht verbringt der Praktizierende in einfachen Einzelzimmern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine KLARwoche ist geeignet für Menschen, gleich welchen Alters und Herkunft, die den Sinn ihres Lebens suchen, die die Bedeutung ihrer zwischenmenschlichen Beziehungen erkennen und sich auf ihre eigene Verantwortung einlassen wollen. Ungeeignet ist NAIKAN für Menschen, die eine Heilslehre oder Religion suchen oder die eine Psychotherapie oder in akuter Abhängigkeit von Suchtmitteln und Medikamenten stehen. Um sich SELBER zu KLÄREN, sind keine besonderen Fähigkeiten oder geistigen Vorbereitungen erforderlich.

Gründe für eine 7-tägige Auszeit könnten sein:

  • In Stille das eigene Leben betrachten

 

  • In Ruhe sich mit seinem Beruf, Partnerschaft, Beziehungen beschäftigen

 

  • Anstehende Veränderungen, es ist Zeit für etwas Neues, neue Lebensabschnitte,….

 

  • Aktuelle Probleme, wie Suchtmittelabhängigkeit, Trennung, Tod, Krankheit,…

 

  • Mir fehlt etwas in meinem Leben; etwas stimmt nicht….

 

„Der grosse Vorteil von Naikan ist, es macht einfach glücklicher“ Prof. Akira Ishii

 

Der Naikanleiter verneigt sich vor und nach dem Gespräch respektvoll und dankbar vor der inneren Arbeit des Praktizierenden. Da er selber viele Stunden hinter den Paravents verbrachte und im Rahmen seiner Ausbildung mindestens sieben Naikans absolvierte, weiss er über Hindernisse, Höhen und Tiefen und Schwierigekiten bescheid. Er respektiert und anerkennt die grosse, innere Arbeit, das Weitergehen trotz starker Emotionen infolge des Wiederlebens aufwühlender Erlebnisse, das Ringen mithilfe der Drei Fragen Klarheit zu finden. Für viele ist diese sich immer wieder wiederholende Niederwerfung am Anfang und Ende des Zuhörens sehr gewöhnungsbedürftig und befremdlich, doch nach ein paar Tagen wird dieser Akt der Verneigung durch den Begleiter als stille Zustimmung und Ermunterung verstanden und hilft und motiviert auf dem Weg des Naikans weiterzugehen.

Voraussetzung für eine KLARWOCHE in Sanko-ji sind der Wunsch und die Bereitschaft, in Stille die innere Welt betrachten zu wollen und mit Veränderungen bei sich selbst zu beginnen.